Ente gut, alles gut

Juli 30th, 2026

Der zweite Contest war ein voller Erfolg: Maxim und Anna konnten sich jeweils eine Bronzemedaille sichern und auch Laura hat am zweiten Tag noch ordentlich Punkte gesammelt.

Nachdem der Wettkampf abgeschlossen war, stand der gestrige Tag ganz im Zeichen nicht-informatischer Freizeitgestaltung – zumindest für die Delegationsleitungen, die eine Stadtführung durch Kaunas erlebten und ein Kunstmuseum besuchten. Hier konnte man mithilfe von VR-Brillen, der Zukunftstechnologie der frühen Nullerjahre, in die Werke von M. K. Čiurlionis eintauchen.

Den Teilnehmenden wurde wohl weniger Sinn für Kunst zugetraut, weswegen sie sich in der Nähe eines Basketballstadions mit der Programmierung von Lego-Robotern auseinandersetzten. Nach den anspruchsvollen Programmieraufgaben des Vortages lagen die Herausforderungen hier eher im Kampf mit widerspenstiger Hardware.

Guide Vykentas ließ sich netterweise zu einer kleinen Stadtführung überreden.

Den Höhepunkt der Olympiade bildete dann die Closing Ceremony, die durch starken Gebrauch von traditionellen, litauischen Gesängen einen stilistischen Rückgriff auf die Opening Ceremony machte. Diesmal wurden diese aber mit Techno-Beats und mindestens(?) einer Nebelmaschine unterlegt.

Am wichtigsten war natürlich die Übergabe der wohlverdienten Medaillen, in unserem Fall der ersten deutschen Medaillen bei einer EJOI überhaupt! Übertroffen wurde dies nur noch von der Vergabe weiterer Ehrungen, die besonders witzige und denkwürdige Momente während der Olympiade herausstellen sollten, also beispielsweise den hässlichsten Code oder die meisten gefundenen Gummienten. Die Gewinner letzterer Kategorie hatten hierfür sogar Analysis Session und Lösungsbesprechung versäumt. Maxim wurde für besonders fragwürdigen Umgang mit einer Wurfaxt ausgezeichnet.

Das Team mit Medaillen und Teamleitung

Hiermit verabschieden wir uns von dieser Olympiade, von der wir hoffentlich auch in Zukunft wieder berichten können. Die nächste für diesen Blog relevante Veranstaltung ist dann die Internationale Informatik-Olympiade (IOI), die in neun Tagen in Usbekistan startet.

Auf expliziten Wunsch der Teilnehmenden fügen wir noch dieses, von ihnen mit Mühe und Photoshop verübte Stilvergehen ein.

Traumhaftes Trakai

Juli 28th, 2026

Nach den Anstrengungen des ersten Contest-Tages hatten sich die Teilnehmenden ein wenig Abwechslung verdient. Dafür planten die Organisatoren eine Exkursion zu den Burgen in Trakai. Damit bewiesen sie zwar nicht allzu viel Fantasie (die Führungen durch die Burg, die Bootsfahrt und sogar das Mittagessen kopierten den Exkursionstag der Baltic Olympiad in Informatics 2024), Spaß hatte das Team trotzdem.
Es wäre damit also durchaus möglich gewesen, einfach diesen Blogpost abzuschreiben und ein paar Bilder auszutauschen. Um ein wenig Authentizität zu simulieren, belassen wir es dabei, die Überschrift zu klauen.

Auch diese Bildkomposition ist im Blog schonmal vorgekommen. Die Burg im Hintergrund besteht größtenteils aus Backsteinen, weil Vytautas, dem ansonsten so Großen, passendere Baumaterialien fehlten.

 

In einem etwas langatmigen Vortrag wurden uns mittelalterliche Waffen…

 

…und äußerst modische Rüstungsteile vorgestellt.

Im Moment läuft der zweite Contest. Vor allem Anna hat im Ranking schon einen großen Sprung nach vorne gemacht. Es verbleiben aber noch fast zwei Stunden, in denen auch Maxim und Laura aufholen können.

Und falls sich die Teilnehmenden nicht genug anstrengen sollten…

Licht am Anfang des Tunnels?

Juli 26th, 2026

Nach der Practice Session gab es für die Teilnehmenden noch Spiel und Spaß: Bei der Opening Ceremony wurde gesungen, etwas eigenwillig klingende, traditionelle Blasinstrumente vorgeführt und zur Eröffnung der Olympiade geleitete ein Volkstanz in Tunnelform alle aus dem Raum. Bei einer Stadtrallye konnten die Teilnehmenden in Hotelnähe eine Insel mit Ausblick auf wunderschöne Parks und Parkhäuser besuchen und auch die anderen Delegationen waren noch für das ein oder andere Kartenspiel zu haben.

Ob man Frankreich am Kickertisch eher schlagen kann als im Contest?


Heute Morgen wurde es dann ernst: Die Jury hatte außerordentlich interessante Probleme vorbereitet – es fehlten lediglich interessante Aufgabenbeschreibungen, die an dieser Stelle in Form von schlechten Wortwitzen hätten verarbeitet werden können. Insgesamt wurden einige Punkte gesammelt: Und das, obwohl die am Vorabend gesammelte Erfahrung unserem Team bei einer Aufgabe zum Thema „Stadtrallye“ helfen konnte. Trotzdem sind alle noch in Reichweite der Medaillenränge. Da die EJOI die Anzahl der Medaillen auf recht ungewöhnliche Art und Weise berechnet, wird auch die Anzahl der Medaillen erst nach dem zweiten Contest übermorgen feststehen. Wer den zweiten Contest direkt live verfolgen möchte, kann das hier tun.
Heute Abend werden die Delegationsleitungen ins Theater gehen, um eine litauische (und somit insbesonder litauisch-sprachige!) „absurde Komödie“ zum Thema Zeitreisen anzusehen (zum Glück mit Untertiteln). So viel Hochkultur wollen die Organisatoren den Teilnehmenden aber nicht zumuten: Sie werden bei einem „Culture Evening“ in deutlich spielerischeren Austausch mit anderen Delegationen treten.

(Wurst-)Brot und Spiele

Juli 25th, 2026

Gestern begann eine echte Premiere: Zum allerersten Mal überhaupt wird ein deutsches Team an der European Junior Olympiad in Informatics (EJOI) teilnehmen! Diese Olympiade richtet sich an Jugendliche mit einem Alter von weniger als 16 Jahren und findet dieses Jahr in Litauen statt.

Das deutsche Team. V.l.n.r: Maxim Akinschin, Laura Lerner, Anna Färber
Weil es nur drei deutsche Teilnehmende gibt, muss Guide Vykintas beim Tichu-Spielen aushelfen – ob er nun will oder nicht.

Entsprechend sind wir gestern in den Flieger gestiegen und sogar recht pünktlich in Kaunas, der zweitgrößten Stadt des Landes angekommen. Das Abendessen haben wir trotzdem verpasst, aber immerhin durften sich alle Nicht-Vegetarier über ein eigentlich für die Guides bestimmtes, mit Mayonnaise durchtränktes Salami-Sandwich freuen.

Den Tag heute haben wir mit der Practice-Session begonnen, die derzeit noch andauert. Hier können die Teilnehmenden sich mit dem Contest-System vertraut machen und bereits Spaß mit ersten Aufgaben haben.

404: Lasertag not found

Juli 10th, 2026

Der zweite Contest-Tag steht an! Wir beobachten gespannt den Contest. Während der 5 Stunden passiert Einiges. Am Anfang sah es noch ziemlich deprimierend aus. Umso erfreulicher waren die, teilweise erstaunlich großen, Sprünge nach oben durch neu gelöste (Sub-)Tasks. Gegen Ende wurde dann gezittert, ob sich die Teilnehmer*innen in den sich abzeichnenden Medaillenrängen halten können. Dann ist es endlich vorbei, alle Submissions sind fertig gegradet und die Ergebnisse stehen fest: Das deutsche CEOI-Team 2026 kehrt mit zwei Silber- und einer Bronze-Medaille heim! Eine starke Leistung bei der anspruchsvollen Olympiade! Rasmus und Maksym errangen Silber, Daphne Bronze.

Nach dem wohlverdienten Mittagessen und der Lösungsbesprechung dürfen sich die Contestants einen Vortrag über das Programmieren von AI Agents anhören, während in einem GA-Meeting die Ergebnisse bestätigt werden. Anschließend folgt die Mocktail Party, bei der drei interessante Getränke angeboten werden. Dazu gibt es Tichu und Skat.

Kevin und Rasmus gewinnen im Tichu gegen die Österreicher

Abgeschlossen wird der Tag – leider der letzte dieser Olympiade – durch die Award Ceremony und das Abendessen. Im Hörsaal bekommen die Teilnehmer*innen endlich ihre Medaillen. Leider ist die Atmosphäre durch das Stattfinden im Hörsaal nicht ganz so schick, aber nicht weniger feierlich. Das Abendessen findet in der Mensa statt. Wir hatten dadurch erst angezweifelt, dass das Essen gut wird, aber es stellt sich als hervorragend heraus. Wieder in der Unterkunft bilden Spiele den Ausklang. Leider ist kein Lasertag-Turnier mit den Österreichern zustandegekommen, das werden wir wohl wann anders nachholen müssen.

Der blaue Drache is nun offiziell unser neues Maskottchen!

Am nächsten Morgen heißt es für uns bereits früh: Tschüss Ljubljana! Um 7:30 Uhr geht es Richtung Flughafen und wieder zurück nach Deutschland. Die CEOI 2026 ist damit offiziell vorbei doch für alle unsere Teilnehmer*innen geht es nun direkt weiter nach Bremen zum ACTS Camp, wo weiter programmiert wird!

Frühstück am Flughafen zwischen einigen Runden Tischkicker

Die Kunst, im Kreis zu laufen, und Lebkuchen, die dich überleben werden

Juli 8th, 2026

Maksym und ich (Katharina) starten den Tag erneut früh. Bevor es tagsüber wieder super warm werden soll, haben wir beschlossen, einen Teil der Stadt nochmal laufend erkunden zu gehen. 5km und einen kurzen Stop an einem Calisthenics-Park später gibt es mit dem restlichen Team Frühstück. Die heutige Exkursion führt uns nach Bled – die einstündige Busfahrt verbringen wir mit geheimen Aktivitäten. Angekommen geht es für uns zur Insel – der einzigen natürlichen See-Insel in ganz Slowenien. Die Kirche, der Glockenturm und die gesamte Insel werden genauestens erkundet.

Auf dem Boot Richtung Insel
Die Insel mit Glockenturm und Kirche aus der Ferne

Nach einer Stunde geht es zurück ans Festland. Allerdings sind wir ca. 30 Minuten zu früh für den Bus. Die Organisatoren entscheiden natürlich das einzig Logische: Wir sollen noch mehr Schritte sammeln. Wir laufen also 15 Minuten in die eine Richtung, drehen dann um und laufen wieder zurück. Und dann kommt dort doch auch tatsächlich der Bus. Zunächst geht es zum Mittagessen und anschließend in eine nahegelegene Stadt. Dort stehen nun noch drei weitere Aktivitäten an: eine Kirche besuchen, ein Bienenmuseum erkunden (eigenen Honig herzustellen ist hier fester Bestandteil der Kultur; ein Highlight im Museum ist der Bienensimulator) und eigenen Lebkuchen zu verzieren. Die Lebkuchen sollen sich aufgrund der gewählten Zutaten über 50 Jahre halten. Allerdings sind sie überhaupt nicht zum Essen gedacht! Spätestens die kleinen Spiegel, mit denen wir unsere Lebkuchen verzieren, sollten ein Hinweis darauf sein…

Leider habe ich nur das Bild des Lebkuchens mit gelbem Drachen und nicht des blauen Drachens und kann aus der Übersetzungsquarantäne leider keine anderen Bilder der Teilnehmer*innen anfragen… Wird nachgeliefert.

Zurück im Dormitory gibt es noch eine kurze Runde Kartenspiele. Danach folgt das Abendessen. Für die Teilnehmer*innen geht es nun schlafen und für uns mal wieder ans Übersetzen. Mal sehen, wann wir heute ins Bett gehen werden…

Meme-Experten auf dem Treppchen

Juli 8th, 2026

Heute wird es ernst! Ein frühes Frühstück, ein langer Spaziergang zur Uni und auf in den ersten Contest! Die Teilnehmer*innen sind nicht begeistert von den Aufgaben. Eine lässt sich von allen sehr schnell lösen, bei den anderen beiden jeweils die ersten Teilaufgaben sehr einfach. Nicht unsere, sondern viele Teilnehmer*innen landen schnell bei 135 Punkte, danach bewegt es sich deutlich langsamer. Es gibt nicht viele Teilaufgaben und die verbleibenden stellen sich als durchaus anspruchsvoll heraus. Der Contest nähert sich dem Ende. Mit genau 135 Punkten sind alle unsere Teilnehmer*innen in den Bronze-Rängen. Es ist 14 Uhr, wir machen uns auf dem Weg alle zum Mittagessen einzusammeln. Es folgt eine Überraschung: In den letzten drei Minuten hatte Maksym noch eine weitere Teilaufgabe mit 50 Punkten gelöst und springt damit in die Goldränge! Daphne holt 6 Minuten nach dem Contest noch 18 weitere Punkte. Leider nur eben 6 Minuten zu spät.

Mittagessen, dann ein Ausflug zum Aldi (oder “Hofer” wie man es hier nennt). Mal wieder sammeln wir fleißig Schritte. Danach folgt eine Besprechung der Lösungen der Aufgaben. Ob wir die Aufgaben nun tatsächlich implementieren könnten, bleibt fragwürdig.

Die JetBrains Nacht startet mit einem Quiz – Soundtracks, Memes, Album-Cover und Logos. Breites Allgemeinwissen ist gefragt. Aus allen 18 Teams setzen unsere Teilnehmer*innen sich durch und erreichen einen dritten Platz! Dafür gibt es natürlich einen Haufen an Merch. Den Rest des Abends verbringen wir mit Tichu und Pizza.

Stolze Merge-Gewinner*innen